Wie der Fernsehturm seine Besucher vergraulte. Eine Geschichte von Marie Frevert

Von lautem Trubel und Geschrei wurde der Fernsehturm wach.
„Ach ja, ich habe vergessen: Es ist gleich 8 Uhr!“ gähnte er. Um 8 Uhr begann jeden Morgen die Fernsehturmbesichtigung. Keiner wollte zu spät kommen.

Der Fernsehturm hatte die Nase voll von den lauten Besuchern. Er musste sich etwas einfallen lassen.
Also schrieb er auf einen Zettel: „Ab jetzt ist der Fernsehturm nur noch montags bis donnerstags in der Zeit von 11.15 – 12.00 Uhr geöffnet!“
Er dachte bei sich: „Das ist eine gute Idee. Um die Uhrzeit haben die Kinder alle Schule. Dann kommen nur lahme alte Omis und Opis. Die sind schön leise.“
Das einzige Problem war, dass die alten Menschen immer die Aussicht so genossen und trödelten. Aber das war besser als die kreischenden Kinder, die überhaupt kein Interesse hatten.
Der Plan ging leider nicht auf. Die Menschen kamen trotzdem so früh und strömten in den Fernsehturm, weil sie die Öffnungszeiten auswendig kannten.
Er brauchte einen neuen Plan. Also nahm er den Fahrstuhl auseinander und klebte ein Schild an die Tür: „Fahrstuhl defekt!“. Tatsächlich – jetzt kam kaum einer mehr, weil niemand die Treppen steigen wollte. Er freute sich: „Endlich kann ich mal wieder in Ruhe ausschlafen!“
Nach ein paar Tagen kamen aber Bauarbeiter und reparierten den Fahrstuhl. Schon eine halbe Stunde später kamen die Besucher wieder.
Die nächste Idee war, die Eingangstür einfach abzuschließen.
Er schlich sich runter und verschloss die Tür von innen.
Am nächsten Morgen wachte der Fernsehturm erst um 18 Uhr auf. Er reckte sich und sagte: „Heute bin ich ein Glückspilz. Niemand kreischt hier herum!“
Er genoss die Aussicht auf die Stadt.
Ein paar Tage später wurde ihm langweilig.
Er vermisste die gelangweilten Kinder und die trödelnden Omas.
Es war so still und langweilig.
Der Fernsehturm dachte traurig: „Keiner bewundert mich mehr! Die Zuschauer müssen wieder kommen!“
Dann hatte er die beste Idee.
Er rannte runter und machte die Tür wieder auf.
Erst bemerkte es keiner, aber dann fuhr ein Mensch hoch und brüllte von oben runter: „Leute, ihr könnt wieder kommen!“
Sofort kamen 300 Leute auf die Plattform.
Was das ein toller Tag!

Der verschwundene Fernsehturm von Laslo Mickeleit

Am späten Abend passierte etwas sehr Cooles.
In jeder Nacht bewegte sich der Fernsehturm.
Aber immer am späten Morgen ging er an seinen Platz zurück.
Das hat nie einer gesehen.
Aber eines Abends war ein kleiner Junge noch wach.
Er hieß Jonny.
Er sah den Fernsehturm beim Gehen und lief sofort dort hin.
Der Fernsehturm sagte: „Kleiner, geh wieder schlafen!“
Aber Jonny ging nicht ins Bett zurück.
Er lief in den Turm rein und sah zwei Wachen, die eine Tür bewachten.
Jonny erledigte sie und rannte die Treppen hoch.
Und dann sah er die Augen vom Fernsehturm!
Und sein Gehirn!
Plötzlich packte ihn eine Wache von hinten und sperrte ihn ein.
Jonny ging im Gefängnis immer hin und her und sagte zur Wache:
„Gib mir den Schlüssel, sonst wird was passieren!“
Dann wackelte es und der Fernsehturm wurde von der Elphi angegriffen.
Der Fernsehturm gewann.
Jonny befreite sich, weil beim Wackeln der Schlüssel ins Gefängnis gefallen war.
Er rannte runter und durch die Tür.
Jonny erzählte nie, was er erlebt hatte.
Aber später ging er wieder zum Fernsehturm.
In der Nacht verschwand der aus Hamburg.
Er ging einfach los und in die Elbe.
Jonny konnte noch rausspringen und weglaufen.
Der Fernsehturm ging unter Wasser und wurde nie wieder gesehen.
Jonny weinte.
Er vermisste den Fernsehturm.

Sherlock Telemichel. Ein Krimi in 6 Kapiteln von Emilia Krebs

1. Kapitel: Auf dem Dom
Eine Mutter und ihr Kind waren auf dem Dom.
Das Kind fragte: „Darf ich Achterbahn fahren?“
Die Mutter sagte „O.k.“ und beiden gingen los.
Dabei vergaß sie ihre Tasche.
Ein Mann nahm sie einfach mit.
Das sah der Telemichel alles von oben und er wollte ermitteln.
Er ging zum Tatort und entdeckte Fußspuren.
Dann fragte er die Leute, ob sie etwas gesehen hatten.
Niemand konnte ihm weiterhelfen.
Deshalb ging er nach Hause und überlegte: „Soll ich jetzt am Abend noch ermitteln?
Ich glaube, ich mache es morgen. Ich hau mich aufs Ohr!“

2. Kapitel: Am Tatort
Der Telemichel ging zum Tatort.
Er begrüßte den Besitzer eines Standes.
Der Mann sagte: „Hallo Telemichel, schön, dass du gekommen bist. Gestern wurde vor meinem Stand eine Tasche geklaut!“
Der Telemichel antwortete: „Ja, ich weiß. Haben Sie eine Überwachungskamera?“
„Ja“, sagte der Mann, „daran habe ich gar nicht gedacht.“
Er schmiss die Kiste an.

3. Kapitel: Der Film
Im Film sah man einen Mann, aber leider sein Gesicht nicht.
Als der Mann die Tasche packte, schrie der Telemichel:
„Stopp! Zoomen Sie mal ran und kopieren Sie das Bild!
Der Mann trägt einen Ring mit einem Schlangenbild!“

4. Kapitel: Das Telefonat
Der Telemichel überlegte: „ Was mache ich jetzt bloß?“
Dann hatte er eine Idee. Er wählte eine Nummer.
Am Hörer war Kommissar Kugelblitz.
„Hallo Kugelblitz“, sagte der Telemichel, „ es wurde was geklaut und ich komme nicht mehr weiter.
Ich brauche deine Hilfe!“
Da antwortete Kugelblitz: „Warte, ich komme zu dir.“

5. Kapitel: Am nächsten Tag
Am nächsten Tag stand der Telemichel am Bahnhof.
Als Kugelblitz aus dem Zug stieg, sagte der Telemichel:
„Schön, dass du hier bist. Wollen wir zum Tatort gehen?“
„Ja, komm“, sagte Kugelblitz, „lass uns gehen!“

6. Kapitel: Am Tatort
Am Tatort angekommen, sahen sie nichts.
Plötzlich schrie Kugelblitz: „ Guck mal, Telemichel, da ist er!
Der Mann hat die Tasche und guckt sich die ganze Zeit um.
Lass uns zu ihm gehen!“
Als der Mann sie sah, rannte er weg.
Kugelblitz und Telemichel rannten los.
Irgendwann überholte der Telemichel den Dieb.
Der Dieb sagte: „Ich habe die Tasche nicht geklaut!
Ich sah, wie die Frau sie verlor.
Da nahm ich sie und wollte sie ihr zurückgeben, aber die Frau war schon weg.
Darum bin ich wieder hierhergekommen.
Ich dachte, sie hat hier eine Vermisstenanzeige aufgegeben.
Ich wollte sie nicht klauen! Glauben Sie mir!
Eine Frage: Würden Sie die Tasche zurück bringen?“
Kugelblitz antwortete: „O.k., machen wir!“
Der Mann ging weiter.
Der Telemichel sagte: „Das war aber ein leichter Fall. Danke, Kugelblitz, dass du gekommen bist!“

Brief von Mika Krautwald

Hamburg, 02.02.2020
Lieber TV-Bär in Berlin,
wie geht es dir?
Ich möchte dir zum Geburtstag gratulieren und ich wünsche dir gute Strahlung und keine Gewitter!
Du weißt noch nicht, dass ich jetzt nachts immer total cool aussehe. Ich leuchte nämlich lila.
In mir drinnen ist ein neues Cafe, da gibt es den weltbesten Kaffee. Den mag ich gerne.
Aber es gibt auch Sachen, die ich nicht mag: zum Beispiel die Krawatte. Die zieht so an mir und ständig schreit einer ganz laut (beim Bungee-Jumping!).
Bei meinem Freund, dem Michel, macht das keinen guten Eindruck. Ich bin gerade beim Michel. Ich darf heute Nacht dort schlafen.
Mein Hobby ist Detektiv spielen, mit dem Michel zusammen.
Vorhin haben wir einen Dieb von hier oben gesehen, der lief aus der Bank raus mit ganz viel Geld. Michel hat die Polizei angerufen und die hat ihn auch gleich geschnappt.
Ein Polizist ist eben alle Treppen zum Michel hochgelaufen. Der hat ganz schön Herzklopfen gehabt!
Stell dir mal vor, was er uns erzählt hat: Die Bank, in der das Geld geklaut worden war, ist so froh, dass der Dieb gefangen wurde, dass sie die Hälfte des Geldes dem Retter schenken will. Und das sind der Michel und ich!
Wir werden reich. Das finde ich cool.
Tschüss. Ich muss aufhören. Die Glocken vom Michel schlagen schon wieder.
Alles Gute,
dein Telemichel

Die Jagd nach den Büchern von Lotta Weber

Eines Tages flog dem Telemichel ein Papierflieger auf die Nase. Er entfaltete ihn und las darauf: „ICH BRAUCHE DEINE HILFE! Ich kann dir jetzt nicht mehr schreiben, warum, aber wenn du kannst, dann helfe mir. Dein Tommy“
Da der Telemichel nicht laufen konnte, sagte er seinem Besitzer Heinrich Hertz Bescheid.
Heinrich machte sich gleich auf zu Tom. Auf dem Brief stand ja ein Absender.
Er lief über die Köhlbrandbrücke, überquerte den Hafen und stand vor einem Haus in der Elbchaussee.
Eine Frau öffnete die Tür und fragte: „Womit kann ich dienen?“
„Wohnt hier ein Tommy?“ fragte Heinrich Hertz.
Die Frau antwortete „Ja“ und rief: „Tommy, kommst du mal? Hier ist jemand für dich“
Tommy kam sofort zur Tür. Der Junge mit den blonden Locken fragte: „ Haben SIE meinen Brief bekommen?“
„Ich nicht, aber der Telemichel“, antwortete Heinrich Hertz.
Tommy blieb der Mund offen. „Wer sind Sie?“ wollte Tommy wissen.
„Ich bin Heinrich Hertz, aber du kannst mich Heinrich nennen. Komm mit, wir sollten zum Telemichel gehen.“
Sofort machten sie sich auf den Weg. Der Telemichel hatte schon auf sie gewartet. Tommy sagte: „Wow, ist der groß!“
Der Telemichel freute sich und fragte: „ Bist du Tommy?“.
Tommy nickte und der Telemichel fragte gleich weiter: „Warum brauchst du Hilfe?“
Tommy begann zu erzählen: „ Vor einiger Zeit bekam ich einen Riesenschreck. Meine ganze Bücher waren weg!“
„Was waren das für Bücher?“ wollte der Telemichel wissen.
„Meine Lieblingsbuchgeschichten aus dem Bücherturm: „Paula Prinzessin für einen Tag“ und „ Paula will eine Brille“ und…“
„Das ist ja blöd!“ meinte Heinrich, „ machen wir uns auf die Suche! Zeig mir den Tatort“
„Ich will aber auch mit!“ maulte der Telemichel.
Da das nicht ging, vertrösteten die beiden ihn mit einem Telefon und versprachen, ihn sofort anzurufen, wenn sie etwas Spannendes herausfinden sollten.
Sie liefen zurück zu Tommys Haus. Als sie ankamen, sahen sie gerade einen Mann mit schwarzem Pulli und schwarzer Hose. Er kletterte aus dem Kinderzimmerfenster und hatte einen Rucksack dabei. Tommy rief: „ Da ist der Einbrecher! Der hat noch mehr Bücher geklaut! Hinterher!“
Tommy und Heinrich nahmen die Verfolgung auf. Sie liefen durch die Straßen. Plötzlich war der Dieb weg.
„Wo ist er hin? Ich habe ihn eben noch gesehen“, rief Heinrich außer Atem.
„Da, er ist in den Gulli geklettert“ rief Tommy.
Sie rannten dorthin und kletterten hinein. Es war sehr eng.
Am Ende des Schachts brannte Licht. „Da müssen wir hin!“ flüsterte Tommy. Die beiden schlichen zum Licht und entdeckten einen Raum mit Regalen voller Bücher.
Gerade, als sie sich umschauten, wurde eine Tür zugeknallt und verschlossen. Der Dieb hatte sie eingesperrt. Was sollten sie tun?
Heinrich kam auf die Idee, den Telemichel anzurufen. Der ging sofort ran und hörte sich die Geschichte an.
Dann meinte er: „Bringt euch in Sicherheit! Ich werde die elektrische Tür mit meinen Telekräften öffnen.“
Das tat er dann auch und Tommy und Heinrich liefen raus, dem Dieb direkt in die Arme. Der war so verdattert, dass er sich festnehmen ließ und alles zugab.
Abends war der Einbrecher schon im Gefängnis, aber Heinrich und Tommy saßen oben beim Telemichel und feierten ihren ersten Kriminalfall, den sie gemeinsam gelöst hatten.

Selbstdarstellung des Tele-Michels von Fiete Reusch

Hallo, ich bin der Telemichel.
Ich sehe aaaaaaaalles, was in Hamburg gerade passiert.
Ich sehe, wie Containerschiffe an – und ablegen.
Ich sehe, wie Tausende von Menschen um mich herumwuseln.
Und ich höre leider, leider auch das Schmatzen der Leute in meinem Restaurant.
Eines schönen Tages sah nur ich, weil ich ja alles von oben sehe, einen Mann, der in ein Büro einbrach.
Ich rief schnell die Polizei an. Sie schnappte sich den Dieb und nahm in fest.
Ich bin echt nützlich, oder?
Eines anderen schönen Tages belauschte ich ein Gespräch zwischen dem Bürgermeister und Heinrich Hertz. Sie beschlossen mich abzureißen und einen neuen, modernen Telemichel zu erbauen.
Sie meinten, ich hätte zu viele Dachschäden und der Abriss solle in einer Woche erfolgen.
Das musste ich unbedingt aufhalten!
Ich kaufte ein Megafon und einen Lautsprecher.
Um 10.30 Uhr, als alles aufgebaut war, schrie ich ganz laut, damit alle Leute in der Stadt das mitkriegten: „Nicht abreißen! Nicht abreißen! Nicht abreißen!“
Hinter den Häusern und Straßenecken drangen immer mehr Menschen hervor – und tatsächlich – sie schrien mit: „Nicht abreißen! Nicht abreißen!“
Juhu – ganz viele Menschen blieben stehen und schrien mit! Das könnte also klappen, dass man mich nicht abreißt.
Plötzlich sehe ich Heinrich Hertz, wie er auf mich zurennt. Er kommt hoch gefahren und sagt: „Telemichel – hör auf mit dem Schreien! Der Bürgermeister und ich haben beschlossen, dich nicht abzureißen!“.
Ich bin so froh und rufe es den Leuten da unten zu, dass sie aufhören können mit der Demo.
Dann lade ich noch alle ein zu einer Party.
Gerade kommen die ersten Gäste.
Das wird bestimmt ein schöner Abend.

Selbstdarstellung des Telemichels von Angel Dennert

Hallo Kinder,
ich bin der Telemichel. Ich stehe in Hamburg und kann alles sehen.
Ich habe schon den Zehntel gesehen – ganz toll!
Ich sehe den Dom und all die fröhlichen Kinder.
Ich sehe auch alles vom Planetarium und ich kann Weihnachten jeden Weihnachtsfilm angucken. Ich kann Fernsehen gucken jederzeit und ich bin das höchste Gebäude in ganz Hamburg und das zweite Wahrzeichen nach dem Michel!
Wenn ich erst einmal wieder einen Aufzug habe, dann kann man ins Restaurant und von oben gucken.
Die Plattform in mir dreht sich.
Und Kinder, ich stehe schon seit 1968 in Hamburg!
Ein Glück, dass ich nicht den Krieg erlebt habe. Dann wäre ich schon weg.
In der Nacht leuchte ich türkis und ich habe rote Punkte.
Jeden Dienstag und Donnerstag gehe ich durch die Straßen, was ich natürlich noch nicht erzählt habe.
Ja, ich kann gehen!
Aber Heinrich Hertz sagt, dass ich nicht in Planten und Blomen spazieren gehen darf, weil ich sonst die Pflanzen platt trete. Das heißt, dass ich nicht zu meinem Freund am Dammtor gehen kann.
Aber ich habe ja noch andere Freunde wie die Elphi, den Michel und Nicolai (St. Nicolei-Kirchturm).
Wir verabreden uns immer um 1 Uhr nachts, damit die Leute uns nicht sehen.
Und wir haben immer große Teereimer dabei, damit wir die Abdrücke, die wir hinterlassen, weg machen können.
Jeden Tag trage ich meine Krawatte, die ich leider nicht abkriege, obwohl sie so zieht.
Tagsüber sieht es aus, als wenn da kleine Fliegen dran hängen. Das sind die Menschen, die sich an das lange Band binden lassen. (Bungeejumping!)
Und wenn die Fliegen runterfallen, dann landen sie in einer Pfütze und schreien ganz laut. Deswegen mag der Michel meine Krawatte nicht. Die Schreie gehen ihm auf die Nerven.
Er ist aber auch nicht besser. Ständig höre ich „Din- Don- Din- Dan.“. Das nervt, besonders, wenn ich bei ihm übernachte.
Tschüss, ich muss aufhören, es ist Sendezeit.

Muttertag Pixel

Liebe Frau Binder, liebe Klasse 2a,
was heute passiert ist, muss ich euch unbedingt erzählen: Es war ja Muttertag und da sagte Pixel zu seinen Kindern:“ Wir decken den Frühstückstisch, machen die Betten und räumen auch die Spülmaschine ein, damit Mama nicht so viel Arbeit hat!“ Da freut sich eine Hundemama von sieben frechen Welpen natürlich! Biggy Beagle telefonierte mit ihrer Freundin Mia Maunz und erzählte begeistert von ihren tollen Kindern. Am Nachmittag verabredeten sie sich im Eiscafé an der Alster. Natürlich wollten die Kinder auch mitkommen, als sie das Wort „Eis“ hörten. Von der Hundehütte zur Alster war es nicht weit. Aber die Kinder rannten den ganzen Weg dreimal und als sie zum See kamen, hatten sie schrecklichen Durst. Sie liefen zum Schilf, wo die Schwäne brüteten. Die waren natürlich aufgeregt, als die Hundekinder kamen, die eigentlich bloß Wasser trinken wollten. Sie schlugen mit den Flügeln und scheuchten die Hunde ins Wasser. Das war ein Gequieke und Geschrei. Alle Leute blieben stehen. Pixels Kinder paddelten erschrocken zum Ufer zurück. (Zum Glück hatten sie die ersten Schwimmstunden schon hinter sich!) Voll mit Moos, Algen und Schlingpflanzen kamen sie heraus. Die Leute in ihren feinen Sonntagsklamotten standen am Ufer und lachten über die schmutzigen Hundekinder. Aber nicht lange. Denn die Kleinen rannten hin und her und schüttelten sich, weil sie Schlamm und Pflanzen wieder loswerden wollten. Da liefen die Leute schreiend davon. Und das neue hellgelbe Frühlingskleid von Mia Maunz war von oben bis untern grün-braun getupft. So ist der so lieb geplante Muttertag bei Familie Pixel leider ein bisschen ins Wasser gefallen.
Herzliche Grüße aus Hamburg
von eurer Ursel Scheffler
Und dann haben die Kinder aus der 2a lustige Bilder zu der Muttertags-Geschichte gemalt. Pünktlich zum Vatertag sind die Bilder hier eingetroffen.

Vielen Dank und herzliche Grüße
an die Klasse von Frau Binder in Nürnberg

Turmgeschichten Rostock

Der Geist von Jakobi
Fast vergessen steh‘ ich hier,
viel sehen kann man nicht mehr von mir.
Eine stattliche Kirche war ich einst,
nun bin ich nichts weiter als ein Geist.
Im Westen der Stadt stand ich fast 600 Jahr‘,
doch auf einmal war der Krieg ganz nah.
Die Stadt tat ihr Übriges, wollt mich nicht mehr haben,
passte nicht mehr ins Stadtbild, niemand hörte mein Klagen.
Ein Denkmal mit viel Grün erinnert heut an mich,
spazieren kann man dort besonders gut bei hellem Licht,
Kommt vorbei, dann werdet ihr schon sehen.
Die ein oder andere Runde lässt sich herrlich bei mir drehen.
Und auch Bücherlesen kann man bei mir gut!
Traut euch ruhig her, habt nur Mut!
Stellt euch nur vor, wie hoch ich war!
Und das nun als Bücherturm, wär‘ das nicht wunderbar?
Katharina Bonke

Die schöne Marie

Ein Vögelchen hat mir letztens eine wunderbare Nachricht verraten: Ich, die schöne Marie, bin das neue Ziel beim Büchertürme-Projekt.
Von meinem guten Freund, dem Petri-Turm, habe ich schon die tollsten Sachen gehört. Viele Kinder haben ihn besucht und so viele Bücher gelesen, dass sie, wenn man sie übereinanderstapelt, noch höher sind, als er selbst. Wow! Da war ich echt beeindruckt. Immerhin ist der Petri-Turm mit seinen knapp 117m ja nicht gerade klein. (Dafür ist er aber auch der größte Jammerlappen von ganz Rostock, aber das habt ihr nicht von mir. Immer heult er, wenn es irgendwo mal ein bisschen blitzt…)
Ich selbst bin nicht ganz so groß wie der Petri-Turm. Also nur 86m und ich glaube die Kinder schaffen es locker, mich zu erlesen. Vielleicht sogar zweimal? Dann könnte ich ein bisschen vor dem alten Petri-Turm angeben. Angefangen wurde ja schon. Aber es können noch ganz viele Kinder mit ihren Grundschulklassen mitmachen. Je mehr desto besser und ein ganzes Schuljahr ist ja Zeit. Gerade jetzt zur Winterzeit kann ich mir nichts Schöneres vorstellen, als irgendwo im Warmen zu sitzen und gemütlich ein Buch zu lesen. Also, wenn ich lesen könnte. Leider hat es in den letzten knapp 800 Jahren niemand für nötig befunden, mir das Lesen beizubringen. Seit 1232 stehe ich hier in der Innenstadt von Rostock und beherberge auch ein paar hübsche Bücher, aber niemand hat sich bisher die Zeit genommen, mir mal zu zeigen, was darin steht.
Aber eventuell kommen ja bald ein paar Kinder vorbei und lesen mir aus ihren Büchern vor. Dann habe ich das Gefühl, dass ich ein bisschen mitgeholfen habe. Im Austausch können sie sich gern meine hübschen Innenräume ansehen. Die können sich nämlich echt sehen lassen. Zum Beispiel habe ich eine Kanzel und einen Altar, auf denen ganz viele Bilder zu sehen sind. Durch die goldenen Verzierungen und die kleinen Engelchen sehen sie auch echt sehr prunkvoll aus. Nicht, dass jemand denkt, dass ich ein bisschen eingebildet bin, aber mir haben schon viele Leute gesagt, wie hübsch es in meinem Inneren aussieht. Wahre Schönheit kommt eben von Innen.
Auch die Orgel mag ich sehr gern. Nicht nur, dass sie ebenfalls wunderschön anzusehen ist (wie alles an mir), auch für die Ohren ist sie ein echtes Klangerlebnis. Ich muss allerdings zugeben, dass ich noch nicht so viele Orgeln gehört habe. (Vor allem gibt sie immer so lustige Töne von sich, wenn sie geputzt wird.)
Das wahre Schmuckstück ist aber die astronomische Uhr, die sich ebenfalls in meinem Innern befindet. Ganze 16m² ist das Ziffernblatt groß. Also viel zu groß, um es um ein Handgelenk zu tragen, so viel ist mal sicher. Das Besondere ist aber, dass die Uhr zu jeder vollen Stunde Musik spielt. Dafür muss sie aber auch jeden Tag fünfmal aufgezogen werden.
An der Uhr kann mich nicht nur die genaue Uhrzeit ablesen, sondern auch, welches Tierkreiszeichen gerade in Mode ist, ob wir abnehmenden oder zunehmenden Mond oder welchen Monat wir gerade haben. Falls das also mal einer vergisst, kann er gern zu mir kommen und nochmal nachschauen. Sie ist sozusagen eine Wunderuhr.
Es lohnt sich wirklich, mich mal zu besuchen. Ich freue mich darauf, in diesem Schuljahr (2018/19) ganz viele Kinder kennenzulernen und ihre Geschichten zu hören. Das wird klasse!

 

Der Petriturm von Rostock und der schöne neue Helm oder warum die Rostocker schon immer gern Türme bauen
Guten Tag, liebe Kinder. Mein Name ist Turm. Petri Turm und mein Nachname ist Programm, denn ich bin der Turm der St. Petrikirche in Rostock. Ich stehe in der östlichen Innenstadt und wurde vor über 500 Jahren errichtet (um 1500 herum). Gerüchten zu Folge wurde ein Vorgänger von mir schon 1312 errichtet, aber zu Gunsten einer Befestigungsanlange in Warnemünde wieder abgerissen. Mit meinem wunderschönen Helm, der Kopfbedeckung eines jeden Turms, der etwas auf sich hält, hatte ich leider noch nie besonders viel Glück. Mein erster Helm wurde 1543 durch einen gemeinen Blitzschlag zerstört. Ich kann Euch sagen, das hat ganz schön gezwiebelt auf meinem Kopf. Erst 30 Jahre später bekam ich einen neuen Helm. Das war eine ganz schön zugige Zeit, in der ich oft eine Erkältung hatte. Von den ständigen Kopfschmerzen mal ganz abgesehen…
Der neue Helm war auch längst nicht so hübsch, wie der alte. Nicht mal ein klitzekleiner Wetterhahn war mir vergönnt. Dabei mag ich es sehr, wenn der sich auf meinem Kopf bei Wind und Wetter dreht. Na gut, na gut. Ich musste auch nur 5 Jahre (also bis 1578) auf einen neuen Wetterhahn warten, dann war ich wieder vollständig.
Durch den neuen Helm wurde ich berühmt und durfte in keiner Landkarte fehlen. Man konnte mich und meine Kirche vom Landweg und auch vom Seeweg (die Ostsee ist ja nicht weit entfernt) aus bewundern. Vor Gewittern hatte ich aber, seit meinem ersten Blitzeinschlag, eine Riesenangst. Jedes Unwetter brachte mich zum Zittern und ihr werdet es nicht glauben, aber an einem verregneten Dienstag im Jahre 1581 wurde ich schon wieder von einem Blitz getroffen. Ich hätte heulen können! Nur drei Jahre war ich frisch und vollständig gewesen und dann sowas. Es hat auch etwas gedauert, bis ich wieder vorzeigbar war. Irgendetwas hatten die Blitze wohl gegen mich. Oder aber der Dienstag ist einfach nicht mein Glückstag. Jedenfalls wurde ich am 24. April 1610 abermals von einem Blitz getroffen. Natürlich wieder an einem Dienstag. Aber zum Glück hat es an diesem Tag ganz doll geregnet, so dass keine größeren Schäden entstanden sind.
Wenn ich könnte, würde ich mich ja bei jedem Gewitter irgendwo verstecken, aber leider bin ich fest verbunden mit meiner Kirche. Bei den Blitzeinschlägen von 1652, 1709 und 1718 habe ich dann auch einfach nur noch die Augen zu gemacht und alles über mich ergehen lassen. Aber ehrlich gesagt, bekomme ich immer ganz zittrige Knie, wenn sich in meiner Nähe die Wolken zusammenziehen.
In der Nacht vom 26. April zum 27. April 1942 wurde ich durch lautes Donnern geweckt. Dann gab es einen ohrenbetäubenden Knall und weg war ich. Also so richtig weg. Kein Stein blieb von mir übrig. Mich gab es einfach nicht mehr. Diesmal hatte mich zur Abwechslung kein Blitz getroffen, sondern mehrere Bleigeschosse. Das tat aber nicht weniger weh, soviel kann ich Euch verraten. Ich habe gehört, dass dies auch anderen Türmen aus anderen Städten passiert war. Aber irgendwie tröstet mich das nur ein bisschen. Nach und nach wurde ich zusammen mit meiner Kirche wieder aufgebaut. Meine Kirche bekam neue Fenster und teilweise eine neue Inneneinrichtung und auch ich wurde Stück für Stück wieder erneuert. Aber etwas Entscheidendes fehlte und dreimal dürft ihr raten, was.
Genau! Mein Helm. Wieder musste ich mehrere Jahre auf einen Neuen warten. Und erst im Jahre 1992 wurde endlich damit angefangen, mir meine Kopfbedeckung wieder aufzusetzen. Kennt Ihr eigentlich dieses Geld, von dem immer alle reden? Ich weiß zwar nicht, was das mit mir und meinem Helm zu tun hat, aber scheinbar fehlte ganz viel von diesem Zeug. Und so dauerte es wieder mal ewig, bis ich endlich wieder vollständig war.
Sehr dankbar bin ich aber den Rostockern, die sich dafür stark gemacht haben, dass ich überhaupt einen neuen Helm bekommen habe. Es wurde sogar ein Förderverein (Was ist das eigentlich?) gegründet, damit ich wieder in neuem Glanz erstrahle. Da sind auch ganz witzige Sachen entstanden, zum Beispiel gab es da Petri-Taler, wo man mein wunderschönes Antlitz drauf bewundern konnte oder auch Petri-Sekt, aber darunter kann ich mir eigentlich gar nichts vorstellen. Mehr als eine Million von diesem sogenannten Geld kam zusammen. Ich hab gehört, damals gab es noch anderes Geld als heutzutage. Wer soll da noch durchblicken? Wie auch immer. Seit 1995 habe ich endlich einen neuen wunderschönen Helm, der mir ganz wunderbar steht, wie ich finde. Meine neue Kopfbedeckung hat sogar eine kleine Besonderheit. Bei anderen Türmen findet Ihr normalerweise nur zwei Gauben (das sind kleine Fenster ganz oben im Helm, die meistens noch eine kleine Einbuchtung haben, dort wurden früher die Uhrschlagglocken untergebracht), ich aber habe mit meinem neuem Helm ganze vier Gauben bekommen. Also für jede Himmelsrichtung eine. Hier können Domfalken oder auch Dohlen nach Herzenslust ein Nest bauen und ich amüsiere mich immer wieder über die lustigen Flugversuche von ihrem Nachwuchs.
Ich habe gehört, dass jetzt ein neuer Turm gebaut werden soll. Aber zum Glück nicht, um mich zu ersetzen, sondern einer ganz aus Büchern, so hoch wie ich bin. Toll finde ich diese Idee! Dann kommen mich bestimmt noch mehr Kinder besuchen und erzählen mir vielleicht sogar von den Büchern, die sie gelesen haben. Kommt doch auch mal vorbei, dann könnt ihr gleich meine Kirche und natürlich meinen schicken neuen Helm bewundern. Ich freue mich immer über die staunenden Menschen auf meiner Aussichtsplattform. Hier habt Ihr einen super Ausblick auf Rostock. An schönen Tagen kann man sogar bis zur Ostsee schauen. So, ich muss jetzt meinem Wetterhahn vom Bücherturmbau berichten, bin schon sehr gespannt, was er dazu sagt und ob das wirklich klappen wird.
Also bis bald ihr Bücherturmbauer, euer Petri Turm