Der Lesebaum von Itzehoe

Es war still geworden im Park neben dem Museum. Endlich Nacht! Eulenzeit! Jetzt musste sie in ihrer Stadt Itzehoe nach dem Rechten sehen, Altes und Neues inspizieren. Um darüber später für die Jetzt- und Nachwelt zu reporterieren.

Louise kletterte aus ihrer Baumhöhle, schüttelte sich kurz und breitete dann ihre Flügel aus. Lautlos hob sie ab. Wie in jeder Nacht flog sie einmal durch ihr ganzes Revier. Drei Schwünge Richtung Bahnhof, dann im Gleitflug nach links auf die Zirkuskuppel des Theaters. Hier machte Louise immer eine kleine Flugpause, denn von dort aus hatte sie eine guten Überblick in alle Himmelsrichtungen. Da! Was war das für ein Geräusch, ein – Keckern? Von woher…?

Schnell drehte sie ihren Kopf auf den Rücken und sah, dass bei der Rosskastanie auf dem Burgplatz etwas hin und her huschte. Eine von den drei Katzen, die dort lebten? Oder war es gar ein Neutier hier in der Neustadt? Spannend!

Mit nur einem Flügelschlag landete sie auf der Krone der Rosskastanie, lautlos. So konnte sie jetzt auch beobachten, was die Stille der Nacht gestört hatte. Es war tatsächlich ein kleines Eichhörnchen, das aufgeregt keckernd auf dem Burgplatz herum huschte. Mal scharrte es unter der Rundbank, stieß verzweifelte Pfiffe aus, dann flitzte es wieder hektisch auf den Ästen der Rosskastanie herum.

Eine Weile schaute Louise sich das Treiben an, dann flog sie auf die Rundbank und räusperte sich: „Hm Hm! Louise mein Name, Eule! Ich sehe, du suchst etwas! Kann ich vielleicht behilflich sein? Ich habe sehr gute Augen!“

„Ach ja! Ach nein! Mir kann keiner helfen, ich habe mein Buch verschusselt! Ich Schussel-Dussel!Ach, und mein Name ist Eika!“

„‘Eul nicht, Eika! Wo hast du es denn zum letzten Mal in den Pfoten gehabt?“

„Wenn ich das wüsste! Eichhörnchen müssen sich so viele Orte merken… Heute Morgen hatte ich es noch, als ich hier im Baum saß und las. Es hat einen besonderen Umschlag, blau-weiß-rot!“

„Meine Nachtaugen werden dir helfen. Warte hier!“ Und Louise flog los, inspizierte jeden Ast des Baums, jeden Winkel auf dem Platz der Burg und die Dächer der umliegenden Häuser.

Nur zwei Minuten später landete sie wieder auf der Rundbank. „Ist es vielleicht das hier?“ und mit einer eleganten Bewegung holte sie das Buch unter ihren Schwungfedern hervor.

„Bitte schön, es lag in der Regenrinne der Maschinenfabrik. Eine Elster hat es vielleicht stibitzt und dort fallen lassen? Du bist also gar nicht schusselig-dusselig!“

Eika nahm überglücklich das Buch in die Pfoten und fasste Vertrauen zu Louise.

„Weißt du, ich bin seit drei Tagen in dieser Stadt, immer an diesem Ort. Vormittags oder nachmittags kommen häufig Kinder hierher, mit Büchern. Ein kleiner, gefleckter Hund ist auch oft bei ihnen. Die sitzen dann auf dieser Rundbank und lesen. Oder ihnen wird vorgelesen, wenn sie mit ihren Eltern da sind. Sie erzählen, die Rosskastanie ist ihr Einlesebaum. Eines Tages wollen sie so viele Bücher gelesen haben, zusammen mit ihren Schulfreunden, dass alle die Buchrücken übereinandergestapelt so hoch sind wie diese Rosskastanie.

Und da ich auch Bücher mag und gerne lese, ist die Rosskastanie auch mein Lesebaum geworden, tagsüber. Leider gibt es keine Höhle im Baum als Nachtversteck für mich, da muss ich jeden Abend wieder zurück in den Pünstorfer Wald. Nur eben heute nicht, weil ich mein Buch gesucht habe!“ Eika musste gähnen.

„Müde?“ Louise machte eine einladende Bewegung mit ihrem Flügel. „Darf ich dich in meinen Park einladen? Er ist gleich in der Nähe und es gibt dort mehr als einen alten Baum mit einer Höhle. Und vielleicht kannst du mir beim Reporterieren helfen? Deine Geschichte hat das Zeug dazu. Ich sehe schon die Überschrift: Wo heute ein Lesebaum steht, war früher eine Burg! Das wird die Jetztwelt und die Nachwelt interessieren!“

„Mich interessiert auch, was es mit der ehemaligen Burg auf sich hat!“ Eikas Müdigkeit war wie weggeblasen.

„Spring auf meinen Nacken und halte dein Buch gut fest! Jetzt fliegen wir erst einmal zu den alten Bäumen in meinem Park und du suchst dir eine Schlafhöhle! Und morgen Nacht werden wir mal einen Streifzug durch das Museum unternehmen. Ich kenne eine Dachluke, die ist nur angelehnt, durch die schlüpfen wir hinein. Auf dem Dachboden liegen viele alte Urkunden und Bücher herum. Da werden wir schon etwas finden über die Burg. Zum Glück können wir beide lesen!“

Und gemeinsam flogen sie in den Park am Museum. Eika nahm den ersten besten Unterschlupf, rollte sich zusammen und schlief gleich ein, die eine Pfote auf dem Buch. Und auch Louise richtete sich zum Schlafen in ihrer Baumhöhle ein. „Ein Lesebaum in Itzehoe! Welch kurzweilige Nacht!“ Und da klappten ihre Augen auch schon zu. Oder war es nur ihr eines Auge?

Und willst du wissen, was die beiden am anderen Tag auf ihrem nächtlichen Museumsbesuch gefunden haben? Etwas zur Geschichte der Burg! Zum Glück können die beiden gut lesen, denn die Entzifferung der alten Schrift auf vergilbtem Pergament war nicht einfach.

Noch in der selben Nacht fasste Reporterin Louise dann alles für Jetzt- und Nachwelt zusammen, mit Unterstützung von Eika, die sich Notizen gemacht hatte.

Und so entstand folgender Bericht, in schönster Eulenschrift mit der Feder verfasst:

 

Wo heute ein Lesebaum steht, war früher eine Burg!

Sensation! Vor über 1000 Jahren gab es hier in Itzehoe die Burg Echeho, sie wurde auf der Halbinsel in der ehemaligen Störschleife erbaut. Es handelte sich dabei um eine Ringwallburg, der Wall war um die 7 m hoch.

Warum gerade hier eine Burg? In Itzehoe kreuzten sich Heeres- und Handelswege, neben dem berühmten Ochsenweg gab es auch den Fluss Stör zum Transport von Waren. Die Stör diente der Burganlage als natürliche Begrenzung. Um die Burg uneinnehmbar zu machen, nahm man einen Durchstich vor. Aus der Halbinsel wurde eine Insel.  So wollte man sich gegen das dänische Heer schützen.

Die Ringwallburg „Echeho“ wurde aller Wahrscheinlichkeit nach zum Vorbild für Hamburg, wo 1024 in der Alsterschleife die „Neue Burg“ entstand.

Heute gibt es die Störschleife nicht mehr und da, wo einst die Burg aufragte, stehen jetzt Häuser kreisförmig um eine Rosskastanie herum.

Achtung! Es handelt sich  bei diesem Baum um ein spezielles Exemplar, denn  er gehört zur seltenen  Art der Lesebäume und steht damit unter Kulturschutz. In Steinburg  soll es davon aber noch weitere Exemplare  geben.

Wie der Fernsehturm seine Besucher vergraulte. Eine Geschichte von Marie Frevert

Von lautem Trubel und Geschrei wurde der Fernsehturm wach.
„Ach ja, ich habe vergessen: Es ist gleich 8 Uhr!“ gähnte er. Um 8 Uhr begann jeden Morgen die Fernsehturmbesichtigung. Keiner wollte zu spät kommen.

Der Fernsehturm hatte die Nase voll von den lauten Besuchern. Er musste sich etwas einfallen lassen.
Also schrieb er auf einen Zettel: „Ab jetzt ist der Fernsehturm nur noch montags bis donnerstags in der Zeit von 11.15 – 12.00 Uhr geöffnet!“
Er dachte bei sich: „Das ist eine gute Idee. Um die Uhrzeit haben die Kinder alle Schule. Dann kommen nur lahme alte Omis und Opis. Die sind schön leise.“
Das einzige Problem war, dass die alten Menschen immer die Aussicht so genossen und trödelten. Aber das war besser als die kreischenden Kinder, die überhaupt kein Interesse hatten.
Der Plan ging leider nicht auf. Die Menschen kamen trotzdem so früh und strömten in den Fernsehturm, weil sie die Öffnungszeiten auswendig kannten.
Er brauchte einen neuen Plan. Also nahm er den Fahrstuhl auseinander und klebte ein Schild an die Tür: „Fahrstuhl defekt!“. Tatsächlich – jetzt kam kaum einer mehr, weil niemand die Treppen steigen wollte. Er freute sich: „Endlich kann ich mal wieder in Ruhe ausschlafen!“
Nach ein paar Tagen kamen aber Bauarbeiter und reparierten den Fahrstuhl. Schon eine halbe Stunde später kamen die Besucher wieder.
Die nächste Idee war, die Eingangstür einfach abzuschließen.
Er schlich sich runter und verschloss die Tür von innen.
Am nächsten Morgen wachte der Fernsehturm erst um 18 Uhr auf. Er reckte sich und sagte: „Heute bin ich ein Glückspilz. Niemand kreischt hier herum!“
Er genoss die Aussicht auf die Stadt.
Ein paar Tage später wurde ihm langweilig.
Er vermisste die gelangweilten Kinder und die trödelnden Omas.
Es war so still und langweilig.
Der Fernsehturm dachte traurig: „Keiner bewundert mich mehr! Die Zuschauer müssen wieder kommen!“
Dann hatte er die beste Idee.
Er rannte runter und machte die Tür wieder auf.
Erst bemerkte es keiner, aber dann fuhr ein Mensch hoch und brüllte von oben runter: „Leute, ihr könnt wieder kommen!“
Sofort kamen 300 Leute auf die Plattform.
Was das ein toller Tag!

Der verschwundene Fernsehturm von Laslo Mickeleit

Am späten Abend passierte etwas sehr Cooles.
In jeder Nacht bewegte sich der Fernsehturm.
Aber immer am späten Morgen ging er an seinen Platz zurück.
Das hat nie einer gesehen.
Aber eines Abends war ein kleiner Junge noch wach.
Er hieß Jonny.
Er sah den Fernsehturm beim Gehen und lief sofort dort hin.
Der Fernsehturm sagte: „Kleiner, geh wieder schlafen!“
Aber Jonny ging nicht ins Bett zurück.
Er lief in den Turm rein und sah zwei Wachen, die eine Tür bewachten.
Jonny erledigte sie und rannte die Treppen hoch.
Und dann sah er die Augen vom Fernsehturm!
Und sein Gehirn!
Plötzlich packte ihn eine Wache von hinten und sperrte ihn ein.
Jonny ging im Gefängnis immer hin und her und sagte zur Wache:
„Gib mir den Schlüssel, sonst wird was passieren!“
Dann wackelte es und der Fernsehturm wurde von der Elphi angegriffen.
Der Fernsehturm gewann.
Jonny befreite sich, weil beim Wackeln der Schlüssel ins Gefängnis gefallen war.
Er rannte runter und durch die Tür.
Jonny erzählte nie, was er erlebt hatte.
Aber später ging er wieder zum Fernsehturm.
In der Nacht verschwand der aus Hamburg.
Er ging einfach los und in die Elbe.
Jonny konnte noch rausspringen und weglaufen.
Der Fernsehturm ging unter Wasser und wurde nie wieder gesehen.
Jonny weinte.
Er vermisste den Fernsehturm.

Sherlock Telemichel. Ein Krimi in 6 Kapiteln von Emilia Krebs

1. Kapitel: Auf dem Dom
Eine Mutter und ihr Kind waren auf dem Dom.
Das Kind fragte: „Darf ich Achterbahn fahren?“
Die Mutter sagte „O.k.“ und beiden gingen los.
Dabei vergaß sie ihre Tasche.
Ein Mann nahm sie einfach mit.
Das sah der Telemichel alles von oben und er wollte ermitteln.
Er ging zum Tatort und entdeckte Fußspuren.
Dann fragte er die Leute, ob sie etwas gesehen hatten.
Niemand konnte ihm weiterhelfen.
Deshalb ging er nach Hause und überlegte: „Soll ich jetzt am Abend noch ermitteln?
Ich glaube, ich mache es morgen. Ich hau mich aufs Ohr!“

2. Kapitel: Am Tatort
Der Telemichel ging zum Tatort.
Er begrüßte den Besitzer eines Standes.
Der Mann sagte: „Hallo Telemichel, schön, dass du gekommen bist. Gestern wurde vor meinem Stand eine Tasche geklaut!“
Der Telemichel antwortete: „Ja, ich weiß. Haben Sie eine Überwachungskamera?“
„Ja“, sagte der Mann, „daran habe ich gar nicht gedacht.“
Er schmiss die Kiste an.

3. Kapitel: Der Film
Im Film sah man einen Mann, aber leider sein Gesicht nicht.
Als der Mann die Tasche packte, schrie der Telemichel:
„Stopp! Zoomen Sie mal ran und kopieren Sie das Bild!
Der Mann trägt einen Ring mit einem Schlangenbild!“

4. Kapitel: Das Telefonat
Der Telemichel überlegte: „ Was mache ich jetzt bloß?“
Dann hatte er eine Idee. Er wählte eine Nummer.
Am Hörer war Kommissar Kugelblitz.
„Hallo Kugelblitz“, sagte der Telemichel, „ es wurde was geklaut und ich komme nicht mehr weiter.
Ich brauche deine Hilfe!“
Da antwortete Kugelblitz: „Warte, ich komme zu dir.“

5. Kapitel: Am nächsten Tag
Am nächsten Tag stand der Telemichel am Bahnhof.
Als Kugelblitz aus dem Zug stieg, sagte der Telemichel:
„Schön, dass du hier bist. Wollen wir zum Tatort gehen?“
„Ja, komm“, sagte Kugelblitz, „lass uns gehen!“

6. Kapitel: Am Tatort
Am Tatort angekommen, sahen sie nichts.
Plötzlich schrie Kugelblitz: „ Guck mal, Telemichel, da ist er!
Der Mann hat die Tasche und guckt sich die ganze Zeit um.
Lass uns zu ihm gehen!“
Als der Mann sie sah, rannte er weg.
Kugelblitz und Telemichel rannten los.
Irgendwann überholte der Telemichel den Dieb.
Der Dieb sagte: „Ich habe die Tasche nicht geklaut!
Ich sah, wie die Frau sie verlor.
Da nahm ich sie und wollte sie ihr zurückgeben, aber die Frau war schon weg.
Darum bin ich wieder hierhergekommen.
Ich dachte, sie hat hier eine Vermisstenanzeige aufgegeben.
Ich wollte sie nicht klauen! Glauben Sie mir!
Eine Frage: Würden Sie die Tasche zurück bringen?“
Kugelblitz antwortete: „O.k., machen wir!“
Der Mann ging weiter.
Der Telemichel sagte: „Das war aber ein leichter Fall. Danke, Kugelblitz, dass du gekommen bist!“

Brief von Mika Krautwald

Hamburg, 02.02.2020
Lieber TV-Bär in Berlin,
wie geht es dir?
Ich möchte dir zum Geburtstag gratulieren und ich wünsche dir gute Strahlung und keine Gewitter!
Du weißt noch nicht, dass ich jetzt nachts immer total cool aussehe. Ich leuchte nämlich lila.
In mir drinnen ist ein neues Cafe, da gibt es den weltbesten Kaffee. Den mag ich gerne.
Aber es gibt auch Sachen, die ich nicht mag: zum Beispiel die Krawatte. Die zieht so an mir und ständig schreit einer ganz laut (beim Bungee-Jumping!).
Bei meinem Freund, dem Michel, macht das keinen guten Eindruck. Ich bin gerade beim Michel. Ich darf heute Nacht dort schlafen.
Mein Hobby ist Detektiv spielen, mit dem Michel zusammen.
Vorhin haben wir einen Dieb von hier oben gesehen, der lief aus der Bank raus mit ganz viel Geld. Michel hat die Polizei angerufen und die hat ihn auch gleich geschnappt.
Ein Polizist ist eben alle Treppen zum Michel hochgelaufen. Der hat ganz schön Herzklopfen gehabt!
Stell dir mal vor, was er uns erzählt hat: Die Bank, in der das Geld geklaut worden war, ist so froh, dass der Dieb gefangen wurde, dass sie die Hälfte des Geldes dem Retter schenken will. Und das sind der Michel und ich!
Wir werden reich. Das finde ich cool.
Tschüss. Ich muss aufhören. Die Glocken vom Michel schlagen schon wieder.
Alles Gute,
dein Telemichel

Die Jagd nach den Büchern von Lotta Weber

Eines Tages flog dem Telemichel ein Papierflieger auf die Nase. Er entfaltete ihn und las darauf: „ICH BRAUCHE DEINE HILFE! Ich kann dir jetzt nicht mehr schreiben, warum, aber wenn du kannst, dann helfe mir. Dein Tommy“
Da der Telemichel nicht laufen konnte, sagte er seinem Besitzer Heinrich Hertz Bescheid.
Heinrich machte sich gleich auf zu Tom. Auf dem Brief stand ja ein Absender.
Er lief über die Köhlbrandbrücke, überquerte den Hafen und stand vor einem Haus in der Elbchaussee.
Eine Frau öffnete die Tür und fragte: „Womit kann ich dienen?“
„Wohnt hier ein Tommy?“ fragte Heinrich Hertz.
Die Frau antwortete „Ja“ und rief: „Tommy, kommst du mal? Hier ist jemand für dich“
Tommy kam sofort zur Tür. Der Junge mit den blonden Locken fragte: „ Haben SIE meinen Brief bekommen?“
„Ich nicht, aber der Telemichel“, antwortete Heinrich Hertz.
Tommy blieb der Mund offen. „Wer sind Sie?“ wollte Tommy wissen.
„Ich bin Heinrich Hertz, aber du kannst mich Heinrich nennen. Komm mit, wir sollten zum Telemichel gehen.“
Sofort machten sie sich auf den Weg. Der Telemichel hatte schon auf sie gewartet. Tommy sagte: „Wow, ist der groß!“
Der Telemichel freute sich und fragte: „ Bist du Tommy?“.
Tommy nickte und der Telemichel fragte gleich weiter: „Warum brauchst du Hilfe?“
Tommy begann zu erzählen: „ Vor einiger Zeit bekam ich einen Riesenschreck. Meine ganze Bücher waren weg!“
„Was waren das für Bücher?“ wollte der Telemichel wissen.
„Meine Lieblingsbuchgeschichten aus dem Bücherturm: „Paula Prinzessin für einen Tag“ und „ Paula will eine Brille“ und…“
„Das ist ja blöd!“ meinte Heinrich, „ machen wir uns auf die Suche! Zeig mir den Tatort“
„Ich will aber auch mit!“ maulte der Telemichel.
Da das nicht ging, vertrösteten die beiden ihn mit einem Telefon und versprachen, ihn sofort anzurufen, wenn sie etwas Spannendes herausfinden sollten.
Sie liefen zurück zu Tommys Haus. Als sie ankamen, sahen sie gerade einen Mann mit schwarzem Pulli und schwarzer Hose. Er kletterte aus dem Kinderzimmerfenster und hatte einen Rucksack dabei. Tommy rief: „ Da ist der Einbrecher! Der hat noch mehr Bücher geklaut! Hinterher!“
Tommy und Heinrich nahmen die Verfolgung auf. Sie liefen durch die Straßen. Plötzlich war der Dieb weg.
„Wo ist er hin? Ich habe ihn eben noch gesehen“, rief Heinrich außer Atem.
„Da, er ist in den Gulli geklettert“ rief Tommy.
Sie rannten dorthin und kletterten hinein. Es war sehr eng.
Am Ende des Schachts brannte Licht. „Da müssen wir hin!“ flüsterte Tommy. Die beiden schlichen zum Licht und entdeckten einen Raum mit Regalen voller Bücher.
Gerade, als sie sich umschauten, wurde eine Tür zugeknallt und verschlossen. Der Dieb hatte sie eingesperrt. Was sollten sie tun?
Heinrich kam auf die Idee, den Telemichel anzurufen. Der ging sofort ran und hörte sich die Geschichte an.
Dann meinte er: „Bringt euch in Sicherheit! Ich werde die elektrische Tür mit meinen Telekräften öffnen.“
Das tat er dann auch und Tommy und Heinrich liefen raus, dem Dieb direkt in die Arme. Der war so verdattert, dass er sich festnehmen ließ und alles zugab.
Abends war der Einbrecher schon im Gefängnis, aber Heinrich und Tommy saßen oben beim Telemichel und feierten ihren ersten Kriminalfall, den sie gemeinsam gelöst hatten.

Selbstdarstellung des Tele-Michels von Fiete Reusch

Hallo, ich bin der Telemichel.
Ich sehe aaaaaaaalles, was in Hamburg gerade passiert.
Ich sehe, wie Containerschiffe an – und ablegen.
Ich sehe, wie Tausende von Menschen um mich herumwuseln.
Und ich höre leider, leider auch das Schmatzen der Leute in meinem Restaurant.
Eines schönen Tages sah nur ich, weil ich ja alles von oben sehe, einen Mann, der in ein Büro einbrach.
Ich rief schnell die Polizei an. Sie schnappte sich den Dieb und nahm in fest.
Ich bin echt nützlich, oder?
Eines anderen schönen Tages belauschte ich ein Gespräch zwischen dem Bürgermeister und Heinrich Hertz. Sie beschlossen mich abzureißen und einen neuen, modernen Telemichel zu erbauen.
Sie meinten, ich hätte zu viele Dachschäden und der Abriss solle in einer Woche erfolgen.
Das musste ich unbedingt aufhalten!
Ich kaufte ein Megafon und einen Lautsprecher.
Um 10.30 Uhr, als alles aufgebaut war, schrie ich ganz laut, damit alle Leute in der Stadt das mitkriegten: „Nicht abreißen! Nicht abreißen! Nicht abreißen!“
Hinter den Häusern und Straßenecken drangen immer mehr Menschen hervor – und tatsächlich – sie schrien mit: „Nicht abreißen! Nicht abreißen!“
Juhu – ganz viele Menschen blieben stehen und schrien mit! Das könnte also klappen, dass man mich nicht abreißt.
Plötzlich sehe ich Heinrich Hertz, wie er auf mich zurennt. Er kommt hoch gefahren und sagt: „Telemichel – hör auf mit dem Schreien! Der Bürgermeister und ich haben beschlossen, dich nicht abzureißen!“.
Ich bin so froh und rufe es den Leuten da unten zu, dass sie aufhören können mit der Demo.
Dann lade ich noch alle ein zu einer Party.
Gerade kommen die ersten Gäste.
Das wird bestimmt ein schöner Abend.

Selbstdarstellung des Telemichels von Angel Dennert

Hallo Kinder,
ich bin der Telemichel. Ich stehe in Hamburg und kann alles sehen.
Ich habe schon den Zehntel gesehen – ganz toll!
Ich sehe den Dom und all die fröhlichen Kinder.
Ich sehe auch alles vom Planetarium und ich kann Weihnachten jeden Weihnachtsfilm angucken. Ich kann Fernsehen gucken jederzeit und ich bin das höchste Gebäude in ganz Hamburg und das zweite Wahrzeichen nach dem Michel!
Wenn ich erst einmal wieder einen Aufzug habe, dann kann man ins Restaurant und von oben gucken.
Die Plattform in mir dreht sich.
Und Kinder, ich stehe schon seit 1968 in Hamburg!
Ein Glück, dass ich nicht den Krieg erlebt habe. Dann wäre ich schon weg.
In der Nacht leuchte ich türkis und ich habe rote Punkte.
Jeden Dienstag und Donnerstag gehe ich durch die Straßen, was ich natürlich noch nicht erzählt habe.
Ja, ich kann gehen!
Aber Heinrich Hertz sagt, dass ich nicht in Planten und Blomen spazieren gehen darf, weil ich sonst die Pflanzen platt trete. Das heißt, dass ich nicht zu meinem Freund am Dammtor gehen kann.
Aber ich habe ja noch andere Freunde wie die Elphi, den Michel und Nicolai (St. Nicolei-Kirchturm).
Wir verabreden uns immer um 1 Uhr nachts, damit die Leute uns nicht sehen.
Und wir haben immer große Teereimer dabei, damit wir die Abdrücke, die wir hinterlassen, weg machen können.
Jeden Tag trage ich meine Krawatte, die ich leider nicht abkriege, obwohl sie so zieht.
Tagsüber sieht es aus, als wenn da kleine Fliegen dran hängen. Das sind die Menschen, die sich an das lange Band binden lassen. (Bungeejumping!)
Und wenn die Fliegen runterfallen, dann landen sie in einer Pfütze und schreien ganz laut. Deswegen mag der Michel meine Krawatte nicht. Die Schreie gehen ihm auf die Nerven.
Er ist aber auch nicht besser. Ständig höre ich „Din- Don- Din- Dan.“. Das nervt, besonders, wenn ich bei ihm übernachte.
Tschüss, ich muss aufhören, es ist Sendezeit.

Muttertag Pixel

Liebe Frau Binder, liebe Klasse 2a,
was heute passiert ist, muss ich euch unbedingt erzählen: Es war ja Muttertag und da sagte Pixel zu seinen Kindern:“ Wir decken den Frühstückstisch, machen die Betten und räumen auch die Spülmaschine ein, damit Mama nicht so viel Arbeit hat!“ Da freut sich eine Hundemama von sieben frechen Welpen natürlich! Biggy Beagle telefonierte mit ihrer Freundin Mia Maunz und erzählte begeistert von ihren tollen Kindern. Am Nachmittag verabredeten sie sich im Eiscafé an der Alster. Natürlich wollten die Kinder auch mitkommen, als sie das Wort „Eis“ hörten. Von der Hundehütte zur Alster war es nicht weit. Aber die Kinder rannten den ganzen Weg dreimal und als sie zum See kamen, hatten sie schrecklichen Durst. Sie liefen zum Schilf, wo die Schwäne brüteten. Die waren natürlich aufgeregt, als die Hundekinder kamen, die eigentlich bloß Wasser trinken wollten. Sie schlugen mit den Flügeln und scheuchten die Hunde ins Wasser. Das war ein Gequieke und Geschrei. Alle Leute blieben stehen. Pixels Kinder paddelten erschrocken zum Ufer zurück. (Zum Glück hatten sie die ersten Schwimmstunden schon hinter sich!) Voll mit Moos, Algen und Schlingpflanzen kamen sie heraus. Die Leute in ihren feinen Sonntagsklamotten standen am Ufer und lachten über die schmutzigen Hundekinder. Aber nicht lange. Denn die Kleinen rannten hin und her und schüttelten sich, weil sie Schlamm und Pflanzen wieder loswerden wollten. Da liefen die Leute schreiend davon. Und das neue hellgelbe Frühlingskleid von Mia Maunz war von oben bis untern grün-braun getupft. So ist der so lieb geplante Muttertag bei Familie Pixel leider ein bisschen ins Wasser gefallen.
Herzliche Grüße aus Hamburg
von eurer Ursel Scheffler
Und dann haben die Kinder aus der 2a lustige Bilder zu der Muttertags-Geschichte gemalt. Pünktlich zum Vatertag sind die Bilder hier eingetroffen.

Vielen Dank und herzliche Grüße
an die Klasse von Frau Binder in Nürnberg